Schon als 5-Jähriger war ich vom Sternenhimmel begeistert. Als wir am

1. Weihnachtsfeiertag von meinen Großeltern am späten Abend nach Hause kamen, half ich meinem Vater die Geschenke aus dem Auto zu räumen. Damals, ich weiss es noch wie heute, war es bitterkalt und sternenklar. Dabei fiel mir wieder der Gürtel des Orion, mit seinen fast gerade ausgerichteten Sternen auf. Als ich meinen Vater nach den Namen der Sterne fragte, konnte er mir nur sagen, dass es sich um die Gürtelsterne des Orion handelte.

 

Ab diesem Tag, richtete ich meine Blicke, immer wenn es klar war, gen Himmel und suchte die 3 Gürtelsterne. Mit der Zeit musste ich feststellen, dass sich diese im laufe der Zeit immer weiter gen Westen bewegt hatten. Irgendwann im Frühjahr waren sie für mich nicht mehr zu sehen, dafür aber andere Sterne.

Mein Interesse war geweckt. Schon als 8-jähriger Knirps hatte ich oft das Fernglas um den Hals und schaute nach dem Mond und den Sternen. Damals wollte ich Astronaut werden, warum?

Es war die Apollo-Aera angelaufen.

Mit 14 Jahren kaufte ich mir von meinem Konfirmationsgeld gleich einen 60mm Refraktor bei Quelle. Ich saß jeden klaren Abend draußen auf unserem Balkon und beobachtete die Planeten, den Mond und suchte nach den Messierobjekten. Auch nach der Schule ging´s erst mal ans Teleskop um die Sonne mit ihren mehr oder weniger vielen Flecken zu beobachten.

Dabei fing ich an Zeichnungen anzufertigen. Im laufe der Zeit hatte ich einiges beisammen. Es gab keine Bücherei mehr bei der ich nicht schon alle astronomischen Bücher ausgelesen hatte.

 

Erst im Alter von 23 Jahren ließ mein Interesse langsam nach. Ab meiner Hochzeit, mit 26 Jahren, verstaubte mein kleines Teleskop auf dem Dachboden.

Erst 9 Jahre später, als ich glücklich geschieden war, erwachte wieder mein Interesse an Astronomie. Anfangs beobachtete ich nur gelegentlich. Irgendwann traf ich einen alten Bekannten aus meiner Jugendzeit, der mir über sein neues Hobby erzählte. Es war ASTRONOMIE. Er lud mich mal zu sich nach Hause ein, und siehe da, mein 60mm Refraktor war ja für ihn eigentlich nur ein Suchfernfohr. Er war stolzer Besitzer eines 10" Schmidt-Cassegrain.

2003 legte ich mir dann einen 10" Schmidt-Newton zu. Im gleichen Jahr wurde ich auch noch Mitglied einer sich hier in der Nähe befindlichen Sternwarte, habe diese aber wieder mit ein paar anderen verlassen und einen Astro-Stammtisch, STAUFENASTROPRAXIS, gegründet. Wir treffen uns einmal monatlich zum Stammtisch, besuchen gemeinsam Messen, Ausstellungen usw. Natürlich kommt auch das gemeinsame Beobachten nicht zu kurz und gelegentlich halten wir auch öffentliche Vorführungen. Einige von uns geben zeitweise auch an Schulen Informationsabende, welche alle gut besucht sind.

Durch die Tageszeitung bin ich auch auf die Sternfreunde Ebersbach gestoßen, die ebenfalls einmal im Monat besuche.

2004 wurde ich dann wegen gesundheitlichen Gründen aus dem Berufleben ausgemustert. 2005 fing ich dann langsam mit der Astrofotografie an. Wenn ich meine damaligen Aufnahmen mit meinen jetzigen vergleiche, ist das wie Sonnenaufgang zu Sonnenuntergang.

Teilweise gelingen mir auch gute Aufnahmen. Nur jetzt habe ich auch einige weniger gute auf meine Homepage gestellt. Es sind zwar keine Aufnahmen wie sie ein Stephan Seip oder Sebastien Voltmer schießen, aber ich meine, sie können sich sehen lassen.

Wir haben das schönste Hobby auf der Welt und ich wünsche jedem den Erfolg, den er für sich benötigt.

Clear skies Jürgen