Sanfte Dominanz

Hundeerziehung ist in der Regel keine Schwierigkeit, aber mit viel Ausdauer und Konsequenz verbunden.

Wir sollten uns auch immer bewust sein, dass unser Hund die menschliche Sprache nicht versteht, sondern immer nur auf die Laute und die damit verbundene Gestik reagiert. Wenn wir unserem Hund bestimmte Verhaltensregeln antrainieren möchten, wie z.B. "Sitz", so wird er es bei den ersten paar Mal nicht tun, denn er weiß ja noch nicht, was wir von ihm wollen. Wir können ihm z.B. dann mit dem Zeigefinger auf die Schwanzwurzel tippen, worauf er sich auch in die Sitzposition begibt. Sogleich (innerhalb von max. 3 Sekunden) sollte er dann auch mit einem Leckerli belohnt werden. Der Befehl "Sitz" wird dann bei ihm mit Futter verknüpft (bei Sitz gibt´s ja was zu fressen). Bei falschem oder nicht richtig ausgeführtem Befehl, gibt´s dann nichts, auch kein Anbrüllen oder Schläge. Wir arbeiten schließlich mit einem von uns abhängigen Lebewesen zusammen, welches uns Freude bereiten will und uns treu ergeben ist. Er ist keine Maschine die auf Knopfdruck zu laufen beginnt und alles richtig macht.

 

Deshalb empfehle ich jedem Hundehalter eine gute Hundeschule zu besuchen. Dort lernt nämlich nicht nur der Hund, sondern auch sein Herrchen oder Frauchen, und zwar die "Bedienungsanleitung Hund"

Hier in meiner Region (Kreis Göppingen), kann ich nur Frau Marie- Therese Fetzer, wärmstens empfehlen. Sie ist nicht nur eine sehr erfahrene Hundeausbilderin, sondern auch noch Übungsleiterin in der Bundesrettungshunde-staffel Mittlerer Neckar e.V. Im Jahr 2007 hatte sie einen Fernsehauftritt bei Wetten das ...? und konnte mit ihrem Hund Balko, eine extrem schwierige Aufspürprüfung meistern.

  • Legen Sie Ihren Hund nach dem Spiel ruhig auf den Rücken und halten Sie ihn fest, bis er sich entspannt, ergibt, unterordnet. Streicheln Sie ihn. ("Der Chef bestimmt wann das Spiel anfängt und aufhört.")
  • Legen Sie Ihre Hände über den Nacken und den vorderen Teil des Hunderückens und presssen Sie sehr leicht während etwa 10 - 15 Sekunden. ("Ich bin der Stärkere.")
  • Heben Sie den Hund ganz auf; er verliert dann buchstäblich den Boden unter den Füßen. ("Der Chef ist mächtig, er bestimmt über mich.")
  • Der Hund will schmusen (oder spielen) und kommt zu Ihnen, stupst Sie an: schicken Sie ihn ganz kühl wieder weg. Später, nach einem Weilchen, rufen Sie das Tier zu sich, geben ihm die Streicheleinheiten oder spielen mit ihm. ("Der Chef macht das Programm.")
  • Der Hund drückt sich seitwärts an Sie, zum Schmusen oder Kontakt herstellen: schubsen Sie ihn mit Ihrem Körper seitwärts weg, ohne Kommentar. ("Breitseite zeigen, der Stärkere schubst den Schwächeren weg.")
  • Stehen Sie bei Gelegenheit über den Hund; wenn er Platz macht, liegt, sitzt, steht. ("Darüberstehen, ich bin größer als Du.")
  • Erlauben Sie dem Hund nicht, vor Ihnen eigenes oder fremdes Territorium zu betreten. An der Haustür, am Gartentor, beim Betreten des Liftes usw. gehen Sie zuerst hinein/hinaus. Der Hund soll Ihre Erlaubnis abwarten, bevor er ins, oder aus dem Auto springt. ("Der Führer ist an der Spitze.")
  • Schaffen Sie mehrmals täglich Augenkontakt mit dem Hund und belohnen Sie anfänglich auch einen ganz kurzen Blick des Hundes sofort. ("Den Chef im Auge behalten.")
  • Belohnen Sie unterwürfige Körperstellungen des Hundes: Platz, sich auf den Rücken legen; aber auch blitzartiges Gehorchen oder Händelecken. ("Ich vertrau Dir als Chef.")
  • Lassen Sie den Hund alle Annehmlichkeiten "verdienen": er soll zuerst einen einfachen Befehl korrekt ausführen, bevor er das Gewünschte erhält. Eine gute Methode, um Einzuübendes zu verstärken!

Entnommen aus dem Leitfaden der zukünftigen Teamtrainerleiterinnen des VEREINS FÜR THERAPIEHUNDE SCHWEIZ